Teach first Deutschland

Teach First Deutschland als Kooperationspartner der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule

Die Theodor-Heuss-Schule kooperiert seit 2012 mit der gemeinnützige Organisation Teach First Deutschland.

 Teach First Deutschland will dazu beitragen, dass jedes Kind in Deutschland die Schule mit einem Abschluss und dem festen Glauben an den eigenen Erfolg verlässt. An jeder Schule sollen Schüler dazu befähigt werden, ihre Potenziale zu nutzen, um geleitet von ihren Stärken und Interessen Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

 Teach First Deutschland unterstützt Schulen und Schüler durch Fellows – das sind sind fachlich und persönlich herausragende Hochschulabsolventinnen und -absolventen aller Fachrichtungen, die für zwei Jahre in Vollzeit eng mit dem Kollegium der Schule zusammenarbeiten. Die Fellows machen Angebote entsprechend der spezifischen Bedarfe an den Schulen, z.B. fremdsprachlichen Fachunterricht in Doppelsteckung, individuelle Förderung nach Leistungsniveau oder kulturelle, berufsorientierende und sprachfördernde Projekte.

Das Fellow-Programm von Teach First Deutschland startete 2009 in drei Bundesländern. Im Schuljahr 2014/15 arbeiten gut 130 Fellows an Schulen in den Kooperations- Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Teach First Deutschland ist Mitglied des globalen Netzwerks Teach for all.

Aktuell arbeiten zwei Teach First Fellows an der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule. Mehr über ihre Projekte erfahren Sie hier:

Mayte Kappel

Daniel Friedrich

15.3.2016: THG-Fellow Frau Mayte Kappel im bildungspolitischen Gespräch mit Frau Schadt im Schloss Bellevue
 

Im Zuge der Flüchtlingskrise füllten zunehmend problemfokussierte Geschichten von Integration die Presse. Dies nahm Teach First Deutschland zum Anlass, um im Gespräch mit Daniela Schadt, Journalistin und Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, die negative Berichterstattung mit positiven Geschichten von gelungener Integration und Teilhabe zu kontrastieren. Der Ansatz von Teach First Deutschland ist: Wir müssen uns an dem orientieren, was bereits gelingt.

Vier Teach First Fellows aus verschiedenen Bundesländern wurden dafür ins Schloss Bellevue eingeladen, um im Gespräch mit Frau Schadt von ihren Erfahrungen mit Willkommensklassen zu berichten. Die Fellows repräsentierten die ganze Bandbreite der Arbeit mit geflüchteten und neu eingewanderten Schülerinnen und Schülern: von der Grundschule bis in die 10. Klasse, von der Alphabetisierung bis zur Vorbereitung auf den MSA.

 Mayte Kappel repräsentierte im Namen der Theodor-Heuss-Schule die Anliegen von DAZ-Schülern der 9. und 10. Klassen, die mit der Herausforderung konfrontiert werden, nur ein oder zwei Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland ihre Abschlussprüfungen zu schreiben. Diese Schüler brauchen besondere Unterstützung, um gleiche Chancen auf einen Schulabschluss zu haben, der trotz fehlender Deutsch-Kenntnisse ihren Kompetenzen gerecht wird. Das Kollegium der Theodor-Heuss-Schule bemüht sich besonders, diese Schüler durch alle verfügbaren Förderangebote (z.B. durch den Einsatz von Teach First Fellows) zu unterstützen.

Im Gespräch mit Frau Schadt wurde auch der Handlungsbedarf erörtert, der noch besteht, um neu ankommende Schülerinnen und Schüler besser zu integrieren. Bedarf besteht z.B. an einer besseren räumlichen und sozialen Einbindung von Willkommensklassen an Schulen, an Übergangsangeboten für Schüler, die in den Regelunterricht integriert wurden (z.B. weiterhin DAZ-Unterricht) und an klaren, fairen Regelungen zum Nachteilsausgleich bei Abschlussprüfungen. Und die positiven Geschichten? Die erzählten die Fellows zwei Stunden lang einer sehr interessiert zuhörenden Daniela Schadt. Geschichten von DAZ-Schülern, die innerhalb von einem Jahr zu den Klassenbesten gehören; von Willkommensklassen-Rap-Projekten, von Patenschaften, vom Schreiben lernen und vielem mehr. Denn was bereits gut gelingt ist: die Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Akteuren; offene, engagierte und flexible Lehrkräfte, die situationsgerechte Lösungen finden; viel Einzel- und Kleingruppenförderung; Projektarbeit und Empowerment.

Frau Schadt lobte die Arbeit der Schulen und insbesondere die Anstrengungen und den Ehrgeiz der neu angekommenen Schülerinnen und Schüler.

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